wie verhaltensmuster entstehen

Letztens war ich einige Tage von zuhause weg und sollte eigentlich total happy und zufrieden mit meinem Leben sein, weil grundsätzlich alles super war. Jedoch fühlte ich mich nach einigen Tagen unter all den Tausenden von Menschen um mich herum einsam. Ich fühlte mich, als würde ich in der Luft schweben, ein Gefühl der Ohnmacht. Plötzlich glaubte ich, dass ich nicht weiss, wer ich bin, nicht weiss, wer ich eigentlich sein will oder was ich hier eigentlich tue. Das stimmte mich sehr traurig und machte mich unsicher. Plötzlich verspürte ich zu allem hin noch eine starke Sehnsucht. Sehnsucht nach einer bestimmten Person, die eigentlich schon längst Geschichte in meinem Leben sein sollte.

 

Ich sass also da, verwirrt, alleine, traurig in der Luft schwebend und wusste nicht, woher all diese Gefühle kamen oder wie ich jetzt am besten damit umgehen soll. Darum rief ich eine liebe Freundin an und schilderte ihr mein momentanes Befinden. Wir haben uns kurzerhand dazu entschlossen, eine Sitzung dazu abzuhalten. Also fragte sie mich, wann ich mich zum ersten Mal so ohnmächtig gefühlt habe. Mir kam sofort eine Situation in den Sinn, als ich ungefähr 8 Jahre alt war. Ich war mit meinem Vater Skifahren und du kennst bestimmt auch noch diese Buckelpisten, die sich am Rand der normalen Pisten befinden. Als Kind fand ich das natürlich immer total super, darüber zu fahren. Also fuhr ich auch an diesem Tag über diese Buckelpiste, fiel um und fiel sofort in Ohnmacht. (Das ist mir öfters passiert als Kind.) Ich war wohl nicht lange bewusstlos, denn als ich wieder erwachte, schaute ich zuerst verwirrt um mich und sah meinen Vater am anderen Ende der Piste auf mich warten. Er hat gar nicht mitgekriegt, dass ich weggetreten war, also war ich vermutlich nur einige Sekunden in Ohnmacht. Ich will an dieser Stelle klarstellen dass ich meinem Vater keinerlei Vorwürfe mache! Als Kind bin ich alle paar Meter beim Skifahren hingefallen, weil ich einfach ziiiemlich ungeschickt war. *Lach*

 

Meine Freundin fragte mich dann, was ich mir in in diesem Moment am meisten gewünscht habe. Plötzlich wurde mir klar, dass ich die Ohnmacht in dieser Situation auf der Skipiste selber erzeugt habe, weil ich in diesem Moment einfach nur Liebe, Zuneigung und Geborgenheit von meinem Vater wollte. Und einfach nur hinfallen reichte in diesem Moment nicht aus, um das zu kriegen, was ich wollte. Da musste schon ein grösseres Drama kreiert werden, deshalb die Ohnmacht. Unterbewusst wusste ich nämlich, dass ich die Liebe, Zuneigung und Geborgenheit bekomme, wenn ich in Ohnmacht falle, weil das ja schon öfters vorkam. Ganz schön crazy, oder?

 

Tja, leider ist mein Plan nicht aufgegangen und mein Vater stand da und wartete auf mich. Dazu kam, dass in diesem Moment, als ich wieder zu mir kam, eine ganze Skischule-Klasse mit Gleichaltrigen an mir vorbeifuhr und mich anglotzte, als wäre ich von einem anderen Planeten. Keiner hielt an oder fragte mich, ob alles o.k. sei. Also erstellte mein Unterbewusstsein in diesem Moment den Glaubenssatz „Es interessiert sich keiner für mich.“ Irgendwie spannend, was sich Kinder für Dramen kreieren können, nicht wahr?

 

Wir hatten also die Ursprungssituation und die dahintersteckenden Glaubenssätze gefunden und machten uns nun dran, den roten Faden ins Hier und Jetzt zu finden. Ich erkannte, dass ich nach wie vor unterbewusst glaubte, ohnmächtig sein zu müssen, mich traurig, verletzt oder alleine fühlen, um Liebe, Geborgenheit und Zuneigung zu erhalten. Das war auch der Grund, weshalb ich plötzlich diese Sehnsucht nach dieser einen Person verspürte und ich wusste, das diese in der Nähe ist. Mir wurde dann klar, dass ich bis jetzt in all meinen Beziehungen die "Opferrolle" übernahm und in eine Art Ohnmacht fiel, wobei ich mich immer selbst bemitleidete, um so Liebe, Zuneigung und Geborgenheit zu bekommen. Du kannst dir ja vorstellen, was für ein Stress das für einen Partner sein muss.. Und vor allem was für eine Verantwortung. Natürlich hatten einige nach einer Weile die Schnauze voll, keine Energie mehr oder ich wurde wütend, weil sie meinen unterbewussten Anforderungen nicht gerecht wurden. Das hat schliesslich zur Trennung geführt und somit wurde mein anderer Glaubenssatz „Es interessiert sich keiner für mich“ bestätigt.

 

Nach dieser Erkenntnis war ich erstmal baff und ein wenig sprachlos. Es war wie eine Explosion in meinem Kopf. Eine Art Urknall, der mir klar werden liess, wie ich mich die letzten Jahre selbst sabotiert habe in Bezug auf Beziehungen. Natürlich lösten wir sofort all diese Verknüpfungen und negativen Glaubenssätze auf und meine Freundin zeigte mir wie ich Liebe, Zuneigung und Geborgenheit auch bekommen und haben kann ohne ohnmächtig, traurig oder verletzt zu sein. Ohne das ganze Drama halt. Und wie es sich anfühlt, wichtig zu sein und geachtet zu werden, ohne vorher so ein Drama zu kreieren. Direkt nachdem wir das alles aufgelöst und ersetzt haben, verschwand auch dieses Gefühl der Sehnsucht und Ohnmacht und ich konnte meinen Weg wieder unbeschwert weiter gehen.

 

Hat es in deinem Kopf eventuell auch gerade eine kleine Explosion oder ein AHA Erlebnis gegeben? Dann ruf mich an und wir lösen gemeinsam deine alten Verhaltensmuster auf, um ein Leben in Liebe, Leichtigkeit und Freude zu kreieren. Ich freu mich auf dich!